Zweck des Clubs


Was Sie vom Kiwanis-Club Mannheim-Kurpfalz erwarten können und was der Club von Ihnen erwartet.

Aufgabe und Zweck des Kiwanis-Clubs ist es:

1. Charity: Den schwächeren oder hilfloseren Menschen in der Gesellschaft durch mildtätige Aktionen zu helfen.

2. Kontakte: Ein Netzwerk an Kontakten in- und außerhalb des Clubs herzustellen.

3. Ein Gesellschaftsverein:
Am gesellschaftlichen Leben einer Stadt teilnehmen.

4. Freundschaften: Einen Freundeskreis gleichgesinnter Menschen zu gewinnen.

1. Charity

Das Sammeln und Verteilen sozialer Hilfe bezeichnen wir mit dem englischen Wort Charity. Nach den Bestimmungen von Kiwanis International sollte diese Hilfe vorwiegend in der eigenen Stadt und Region geleistet werden. Jedoch sieht man das nicht so eng, sodass auch überregionale Zwecke unterstützt werden können, wie z.B. vor einigen Jahren, als der Club Kindern im Kosovo half oder in 2003 der UNICEF im Irak für Kriegswaisenkinder. Darüber hinaus gibt es noch einen Kiwianis-Hilfsfond Deutschland, der ein Kinderdorf in Ostdeutschland unterhält. Auch werden weltweite Aktionen vom örtlichen Club mitfinanziert, wie z.B. vor einigen Jahren die Beseitigung des Jodmangels in der Dritten Welt.
Jedoch, machen wir uns nichts vor, mit den ca. 8.000 – 10.000 Euro pro Jahr, die unser Club erwirtschaften und für soziale Zwecke ausgeben kann, können wir nicht Armut und Elend in der Welt beseitigen. Schon Jesus Christus sagte vor 2000 Jahren: „Die Armen habt ihr allezeit bei euch.“ Joh. 12,8. Natürlich könnte auch jeder wohltätig spenden, ohne einem Service-Club anzugehören. Der Charity-Gedanke allein kann unsere kleine Gemeinschaft deshalb allein nicht rechtfertigen.

2. Kontakte

Aus diesem Grund ist das Gewinnen von Kontakten, auch beruflicher Art, von Nutzen. Kiwanis Mitglieder gehören meistens den gehobenen Berufen der Mittelschicht an. Deshalb könnte mancher auf den Gedanken kommen, nur deshalb in einen Club einzutreten, weil er den Mitgliedern systematisch seine Ware oder Dienstleistung verkaufen kann. Obwohl man unbestritten lieber an einen guten Bekannten oder Freund herantritt, als einen Fremden, reagiert man meiner Erfahrung nach doch sehr sensibel, wenn bei einem Mitglied nur kommerzielles Interesse an anderen Mitgliedern besteht. Statt fetter Geschäfte trifft man oft nur auf Ablehnung. Man erkennt solche Clubmitglieder oft daran, dass sie kein wirkliches Engagement und Interesse am Club haben und nach enttäuschten Erwartungen nur noch selten, wenn überhaupt noch im Club präsent sind. Geschäfte bahnen sich erst an, wenn Vertrauen und Freundschaft gewachsen sind. Sie sind dann das angenehme Beiprodukt einer Clubmitgliedschaft.
Aber auch „networking“, Vernetzung von Kontakten findet durch den Club statt. Ein einzelner Club, dessen Stärke auf 30 aktive Mitglieder begrenzt ist, kann nicht Mitglieder aller Berufssparten vereinen. Die Clubmitglieder sind jedoch Persönlichkeiten, die einen großen Bekanntenkreis haben und viele wichtige Menschen kennen. Auch Mitglieder benachbarter Kiwanis-Clubs sind wichtige Kontakte, ebenfalls die interessanten Persönlichkeiten des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, die in den Club kommen, um Vorträge zu halten.

3. Ein Gesellschaftsverein

Der Club versteht sich auch als ein Gesellschaftsverein. Durch vielfältige Veranstaltungen, die der Club organisiert, beteiligt er seine Mitglieder auch am gesellschaftlichen Leben einer Stadt. Das findet seinen Niederschlag im Besuch von Ausstellungen und Museen, die Teilnahme an Bällen und Theaterstücken und anderen Insider-Veranstaltungen, wie Bockbieranstich und dergleichen.

4. Freundschaft

Es wäre zu wenig, wenn sich der Kiwanis-Club darin erschöpfen würde, alle 14 Tage einen Vortrag anzuhören, ein paar Euro zu erwirtschaften und zu verteilen und ein paar Leute kennen zu lernen. Durch die Arbeit an gemeinsamen Idealen und den Club-Zusammenkünften gehört der Kiwanis-Club auch zu einem Teil der eigenen Freizeitgestaltung. Es bleibt also nicht aus und ist durchaus erwünscht, dass der Club auch ein Freundeskreis ist. Allerdings wäre es zuviel erwartet, wenn sich solche enge Bindungen in den Meetings entwickeln würden. Dies geschieht in den geselligen Veranstaltungen wie Stammtischen, Ausflügen, gemeinsamen Charity-Aktivitäten, beim traditionellen Maimarktdienstagtreffen und natürlich bei Festen und privaten Einladungen, wie Geburtstagsfeiern.
Es ist ganz natürlich, dass ein neues Mitglied, das in einen gewachsenen Freundeskreis eintritt, sich zunächst als Außenseiter empfindet. Hier sind vor Allem die langjährigen Clubmitglieder gefordert, dem Neuen die Hand auszustrecken. Das Neumitglied sollte andererseits auch auf die bestehenden Mitglieder zugehen. Es wird sehen, dass es da offene Türen einrennt. Bei uns werden Neumitglieder nicht automatisch geduzt. Auch diese Vertrautheit muss organisch wachsen und kann nicht künstlich erzeugt werden.
Dem Clubpräsidium hingegen kommt die Aufgabe zu, möglichst viele offene soziale Begegnungen zu planen und durchzuführen. Durch hohe Inklusivität solcher Veranstaltungen, kann auch einer Cliquenbildung vorgebeugt oder entgegengewirkt werden. Meine Erfahrung ist es, dass durch das Verbundensein über den Charity-Zweck und gemeinsame Erlebnisse man sich schnell näher kommt und sehr schöne Freundschaften entstehen können. Echte Freunde benötigt man vor Allem dann, wenn einmal Lebenskrisen auf einen zukommen und bei solchen hatte unser Club immer seine feinste Stunde. Ebenso ist es meine Erfahrung, dass ich mich in der Gegenwart von Kiwanis-Mitglieder wohlfühle, egal in welcher Zusammensetzung ich mit ihnen zusammen bin. Es lohnt sich, etwas Geduld zu haben, bis man in den Club voll hineingewachsen ist.

Was der Club von Ihnen erwartet

Oben wurde beschrieben, was Sie vom Club erwarten können. Was nun konkret erwartet der Club von Ihnen? Der Übersichtlichkeit halber, will ich es in nummerierten Leitsätzen aufzählen:

1. Präsenz bei den Veranstaltungen. Ich bin froh, dass es bei Kiwanis nicht die strenge Anwesenheitspflicht–wie etwa bei den Rotariern–gibt. Dort verliert man nämlich seinen Mitgliederstatus, wenn man zu den Clubmeetings nicht anwesend ist. Aber größere Freiheit bei Präsenzen geht einher mit verstärkter Verantwortung. Ein Mitglied sollte am Clubleben teilnehmen, auch wenn es manchmal ein zeitliches Opfer fordert oder das Anhören eines Vortrags, der einen nicht so stark interessiert. Es ist für mich schwer nachzuempfinden, wie jemand sich als aktives Clubmitglied bezeichnet, der nur ein-, zweimal im Jahr an irgendetwas teilnimmt.

Es gibt Lebensabschnitte, in denen man weniger am Clubleben teilnehmen kann. In solch einem Fall sollte man sich für eine Zeit beurlauben lassen oder das Problem mit dem jeweiligen Präsidenten besprechen. Einfach wegbleiben gehört sich nicht.

2. Man sollte genauso pünktlich zu den Veranstaltungen erscheinen, wie zu einem beruflichen Termin. Es stört eine Gruppe oder einen Redner, wenn Teilnehmer zu spät kommen, dann noch Begrüßungszeremonien vollführen und lauthals Speisen und Getränke bestellen. Zur Clubetikette gehört es, den Präsidenten am Kopf des Tisches per Handschlag zu begrüßen. Das stört aber, wenn das Meeting bereits begonnen hat. Pünktlichkeit als die „Höflichkeit der Könige“ sollte auch im Club praktiziert werden. Es ist eine Angelegenheit von Respekt und Anstand.
Allerdings sollten auch Veranstaltungen pünktlich begonnen werden, denn ein Schlendrian reißt oft ein, weil wechselnde Präsidentschaften die Pünktlichkeit im Club unterschiedlich handhaben. Wenn man weiß, ein Meeting wird erst mit 25-minütiger Verspätung eingeläutet, richtet man sich darauf ein, denn man will ja keine Zeit vergeuden. Zeitdisziplin sollte deshalb für jede Präsidentschaft Verpflichtung sein.

3. Zahlen der Beiträge.

4. Aktiv bei der Werbung neuer Mitglieder helfen.

5. Bei Charity-Aktionen mithelfen. Es sollte bei uns nicht vorkommen, dass es immer nur Einige und stets die Gleichen sind, welche die Charity-Aktionen des Clubs durchführen.

6. Auf Rundschreiben und Anfragen prompt reagieren.

7. Ein Amt im Club übernehmen. Nach den Kiwanis-Regularien wechselt die Präsidentschaft im jährlichen Turnus. Zur Mitgliedschaft sollte eigentlich nur eingeladen werden, wer genügend Führungsqualitäten besitzt, um den Club auch als Präsident führen zu können. Wenn dringende berufliche oder private Belange nicht im Wege stehen sollte man sich für das Amt auch wählen lassen und es dann auch gewissenhaft ausführen. Verpflichtung für Mitglieder ist es, den Präsidenten nicht durch destruktive Kritik zu entmotivieren, stattdessen ihn durch eigene Mithilfe zu motivieren.

8. Um Freundschaften aufzubauen und auch zu pflegen, sollte man nicht nur auf eine Einladung anderer warten, sondern vielleicht selbst einmal eine solche aussprechen. Es werden keine Gourmetkochkünste erwartet, es geht auch mit einem Grillabend auf der Terrasse oder einem Zusammensein bei Käse und Wein. Wichtig ist, dass man sich besser kennen und schätzen lernt.

9. Auch im Ruhestand weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Den älteren Mitglieder sei gesagt, dass gerade nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben manche berufsbezogene Einladung zu Veranstaltungen wegfällt. Gerade dann ist es wichtig, dass man nicht in Isolation gerät, sondern weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Durch die vielfältigen Club-Aktivitäten bleibt das gewährleistet und „man gehört weiter dazu.“ Wer sich in diesem Lebensabschnitt rar macht oder gar austritt, schadet meiner Meinung nach nur sich selbst.

Ich hoffe, dass mit diesen Gedanken dem potentiellen Mitglied oder einem Neumitglied einen guten Start und eine noch bessere Integration in unseren Kiwanis-Club Mannheim-Kurpfalz gelingt. Wir sind auch nur fehlbare Menschen, trotzdem lohnt es sich, wie ich meine, dieser Gemeinschaft aktiv anzugehören.